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Mobiles Telefonieren ist innerhalb weniger Jahre zu einer Selbstverständlichkeit geworden.

Das D-Netz boomt. Auch das C-Netz ist den meisten ein Begriff. Wer aber kann sich noch an das B-Netz oder gar an das A-Netz erinnern?

Folgen Sie uns auf einem kleinen Ausflug in die Geschichte des mobilen Telefonierens:

A-Netz

Start 1958/59
exklusiver Teilnehmerkreis
nur handvermittelte Verbindungen
bis 1977 in Betrieb 

 

Das A-Netz war seinerzeit das größte flächendeckende, öffentliche Mobilfunknetz der Welt. Es markiert den Beginn des öffentlichen, mobilen Telefonierens in Deutschland.

Erste Vorläufer sind regionale Mobilfunk-Netze wie etwa der Hafen- oder Rheinfunk, der Stadtfunkdienst oder der Zugfunkdienst, die 1958/59 zum A-Netz zusammengefasst werden. Das Autotelefon bleibt zunächst auf einen höchst exklusiven Kreis von wenigen tausend Teilnehmern beschränkt.

Alle Gespräche werden von Hand vermittelt, wofür bis zu 600 Vermittlungskräfte im Einsatz sind. Sie müssen sich in Reichweite der Station, einem Radius von 30 bis 50 km, befinden.

 

B-Netz

von 1972 bis 1994 in Betrieb
durchwahlfähig
Netzausweitung in Nachbarländer 

 

Auch das 1972 eingeführte B-Netz bleibt zunächst ein exklusiver Luxus. Die Geräte sind ebenso teuer und groß wie im A-Netz.

Aber die Teilnehmer können jetzt direkt durchwählen, eine Handvermittlung ist nicht mehr nötig. Und: mit demselben Gerät kann man jetzt auch in Österreich, den Niederlanden und in Luxemburg telefonieren.

Mit der Zeit entwickelt sich das B-Netz zum Exportschlager. In vielen Ländern werden entsprechende Netze aufgebaut, die teilweise noch heute in Betrieb sind. Nach der Einführung von C- und D-Netz bleibt das technisch hervorragende B-Netz noch bis 1994 in Betrieb.

 

C-Netz

von 1985 bis 2000 in Betrieb
deutschlandweite Anwählbarkeit
höhere Teilnehmerzahl

Das C-Netz revolutioniert den Mobilfunk. 1985 auf der Internationalen Funkausstellung vorgestellt, wird es das erste "populäre" Mobilfunknetz in Deutschland.

Zum ersten Mal sind die Teilnehmer in ganz Deutschland erreichbar, ohne dass ihr Aufenthaltsort bekannt sein muss. Die Telefonnummer ist nun nicht mehr mit dem Gerät, sondern mit der Berechtigungskarte verbunden.

Das C-Netz arbeitet mit deutlich kleineren Funkzellen und sendet mit höheren Frequenzen. Dadurch stehen pro Zelle viel mehr Kanäle zur Verfügung, insgesamt sind also mehr Gespräche möglich. 

 

D-Netz

seit 1992
digitale Sprachübertragung
GSM-Standard

Mit dem Start der beiden D-Netze im Jahre 1992 beginnt der tatsächliche Durchbruch der Mobiltelefonie. Im D-Netz wird erstmals Sprache digital übertragen, womit eine bisher nicht gekannte Qualität erreicht wird.

Die Endgeräte werden noch kleiner und billiger. Die Gebühren sinken mit steigender Teilnehmerzahl. Möglich wird dieser Durchbruch erst auf der Basis der Digitalisierung und Mikroelektronik.

Mobilfunk kennt nun keine Grenzen mehr: "International Roaming" heißt das Zauberwort, das Teilnehmer in mehr als 60 Ländern verbindet, in denen es Mobilfunknetze auf Basis des digitalen GSM-Standards (Global System for Mobile Communications) gibt. Der GSM-Standard wurde in Europa unter maßgeblicher Beteiligung der Deutschen Telekom AG entwickelt.

Mit "Global Roam" können T-D1 Kunden heute sogar in Ländern mit einem anderen technischen Standard unter ihrer D1-Nummer telefonieren.

 

UMTS

seit 2004
schnelle Datenübertragung, Multimedia

Unter UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) versteht man den Mobilfunk-Standard der dritten Generation (3G). Der hauptsächliche Unterschied von UMTS zu seinen Vorgängern ist die deutlich höhere Datenübertragungsrate. UMTS ermöglicht Übertragungsraten von - theoretisch- bis zu 2 MBit/s. Das ist die 31-fache Geschwindigkeit von ISDN-Geräten im Festnetz. Schneller Internet-Zugang, mobile multimediale Video- und Daten-Anwendungen, mobile Bildtelefonie, Börsengeschäfte oder Online-Reisebuchung jederzeit und überall - all das soll der Mobilfunkstandard der dritten Generation ermöglichen.

Der Aufbau der 3G-Netze schreitet in Deutschland kontinuierlich voran. Den in den Lizenzbedingungen vorgegebenen Wert einer 25-prozentigen Netzabdeckung zum Jahresende 2003 haben alle vier Netzbetreiber geschafft. Im Februar 2004 startete Vodafone als erstes Unternehmen mit dem kommerziellen Betrieb. T-Mobile und o2 folgten im April des gleichen Jahres, während es bei E-Plus erst im Juni 2004 mit der neuen Mobilfunktechnik losging.